Documentation

2026

The memorial for the Jehovah's Witnesses persecuted and murdered during the National Socialist regime, resolved by the German Bundestag in 2023

Eine aufstrebende Naturform im Raum des Gedenkens am historischen Ort

Die im Berliner Tiergarten eingebettete, etwa fünf Meter hohe massive Bronzeskulptur materialisiert die Haltung der im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas: Deren letzten Äußerungen zeugten nicht von Hoffnungslosigkeit, sondern von Standhaftigkeit und einer bleibenden Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Aus der Distanz präsentiert sich das Werk als aufstrebende Naturform; markante Wölbungen und tiefe Einkerbungen der Oberfläche machen das Leid der Verfolgten sinnlich und emotional spürbar. Diese Gestaltung gründet auf einer künstlerischen Forschung: Lichtwerte gesammelter und eigens angefertigter Fotografien aus Orten der Verfolgung wurden digital in ein abstraktes Höhenprofil übersetzt und in die Bronze eingeschrieben. Bei der Annäherung offenbart sich eine feine Polygonalstruktur, die wie ein inneres tektonisches Skelett unter der bronzenen Haut wirkt. Sichtbare Fräßspuren ergänzen eine organische Dynamik, die der geometrischen Struktur entgegenwirkt. Beim Umschreiten lässt das wechselnde Lichtspiel visuelle Fragmente erscheinen und sich wieder im Material auflösen.

Die künstlerische Planung begreift den Ort als gestalterische Einheit: Die geplante Führung des neu angelegten wassergebundenen Weges sowie die präzise Komposition der Neupflanzungen sind integraler Bestandteil der Gesamtkonzeption. Sechs Birken, eine Eiche, zwei Eiben, Sträucher, Blütenpflanzen und schon vorhandener Baumbestand schaffen Sichtachsen und binden die Skulptur organisch ein. Ein besonderes Element der Zeitlichkeit liegt in der unbehandelten Bronze; über die Jahre entwickelt sie eine natürliche Patina. Diese stetige farbliche Wandlung fungiert als ein organischer Zeitstempel des Gedenkens, der die Dauerhaftigkeit der Erinnerung im Wandel der kommenden Jahrzehnte verortet. So verbindet sich die Skulptur mit dem gestalteten Naturraum zu einem Ensemble, das zum Nachdenken über Mut, Zivilcourage und Toleranz einlädt.

– Matthias Leeck, 2026

Aufbau Mahnmal (Leeck mit Selbach) 28.05.26
© Alst, photo by Peter Maciol

2025

Shaping Future

How can artistic research contribute to interdisciplinary knowledge production? What new forms of collaboration are emerging between TU Berlin, NTNU Trondheim, and VBK? And what perspectives for future courses of action in challenging times does artistic-scientific collaboration open up?

We warmly invite you to the presentation of an interdisciplinary project initiative between the Norwegian University of Science and Technology (NTNU) and the Technical University of Berlin (TUB). Led by Prof. Andrew Perkis (NTNU) and Matthias Leeck (artist, researcher, and curator), this event will introduce the vision and approach behind our collaborative efforts. Additionally, an ongoing artistic research project—developed with support from TU Berlin—will be showcased, providing insights into creative methodologies in academic contexts.

We look forward to your participation and an inspiring exchange!

2024

As the project leader of „Augmented Realities in the Anthropocene,“ I reflect on an intensive and inspiring symposium that marked a significant milestone in our two years of work. It provided an excellent opportunity to explore the intersections of art, science, and technology within the context of the Anthropocene. The central themes—Anthropocene, artistic research, and augmented reality—were examined from diverse perspectives. We discussed how art can help understand and communicate the challenges of this epoch and highlighted artistic research as an independent mode of inquiry. Augmented reality was broadly interpreted, not merely as a technological tool but as a means to expand perceptions of reality and artistic expression.

The symposium’s varied formats were particularly valuable. The panel discussion, “Current Positions Between Artistic Practice and Research in the Anthropocene,” moderated by Dr.Axel Berg, showcased innovative approaches from both art and science, emphasizing the importance of interdisciplinary collaboration. Artist talks and presentations provided fascinating insights into projects, such as Dr.Johann Reißer’s Shells and Loops and my Interwoven Sculptures. A discussion on the project über.wunden illustrated how art can contribute to the processing of trauma.

The symposium raised critical questions that will continue to engage us: the balance between collectivity and individuality in artistic research, the archiving of creative processes, the role of AI in art and society, and the need for alternative funding models. It also emphasized that augmented reality is not just a technological extension but a conceptual one, enriching perspectives and forms of expression.

I had the oppurtunity to participate at the closing discussion with Prof. Andrew Perkis (NTNU Trondheim), Wendy Ann Mansilla (PhD), Prof. Ceenu George (TU Berlin), Silke Bartsch and Dr. Michael Fowler (TU Berlin), which underscored the importance of interdisciplinarity and provided valuable insights for future collaboration between art, technology, and the humanities.

In summary, the symposium was a great success, offering crucial impulses for the future of this dynamic and evolving field. The discussions were constructive and forward-thinking, underscoring the essential role of collaboration among art, science, and technology in addressing the challenges of the Anthropocene.

The full video documentation is available on YouTube through the following link, which leads directly to the playlist.

Project funded by:

Logo Willy Brandt Stiftung

2023

Zur Ausstellungskonzeption

 

Eine mögliche Fragestellung im Rahmen der künstlerischen Anthropozänforschung ist, inwieweit sich die Wahrnehmung natürlicher oder gesellschaftlicher Entwicklungen durch künstliche und vielleicht virtuelle Sinnesmöglichkeiten verändert. Aus künstlerischer Sicht ergeben sich sowohl neue inhaltliche Felder, die erforscht werden können, sowie neue Techniken, die innerhalb künstlerischer Praktiken integrierbar sind. Potenzial bietet auch die Frage nach neuen Möglichkeiten der Interaktion der Betrachtenden mit den gestalteten Objekten – seien sie virtuell oder analog. Die konkrete Erfahrung sinnlicher Aspekte im Kontext der lokalen, kulturellen und sozialen Referenzen entspricht einer Aufforderung zur Reflexion der eigenen Wahrnehmung und ebendieser Aspekte. Allerdings beschränkt sich die künstlerische Betrachtung nicht allein auf technische Blickwinkel. Virtualität verwies schon vor den aktuellen technischen Entwicklungen auf einen Aspekt der Realität, der ideell aber dennoch real ist.

 

Die Ausstellung zeigte Werke, die im Prozess Begriffen sind. Es sind keine Meisterwerke im Sinne einer Arbeit, die zum Abschluss gekommen ist, sondern Werke die im Rahmen der Ausstellung von und mit den Ausstellenden diskutiert werden. Präsentiert werden in erster Linie Konzepte und künstlerische Experimente.

Adresse: Schöneberger Ufer 57 | 10785 Berlin

https://vbk-art.de/erweiterte-realitaeten/

Podiumsdiskussion - Zwischen Kunst und Wissenschaft

2022

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